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Gymnasium und Realgymnasium SACHSENBRUNN
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Kirchberg am Wechsel, Sachsenbrunn 52 • 02641/2202

Eine Schule der:
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NÖN-Schülerdiskussion

Spannende Debatte über die Zukunft Europas.

Vertreter von SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grünen und NEOS debattierten mit Schülerinnen und Schülern über die anstehende Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai im G/RG Sachsenbrunn

Ein Beitrag der NÖN: Von Philipp Grabner, Tanja Barta und Christian Feigl. Erstellt am 14. Mai 2019 (13:58)

Wohin soll sich die Europäische Union entwickeln? Soll Wasser privatisiert werden? Und was tun gegen den Klimawandel? Über diese und viele andere Fragen und Themenbereiche diskutierten – unter der Leitung von NÖN-Redaktionsleiterstellvertreter Philipp Grabner – Vertreter von ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grünen und NEOS im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Gymnasium Sachsenbrunn (Gemeinde Kirchberg am Wechsel).

Der überwiegende Teil der Fragen kam in der zweistündigen Debatte von den Schülerinnen und Schülern selbst, die zum Großteil bereits wahlberechtigt und am 26. Mai aufgerufen sind, ihre Stimme bei der Wahl abzugeben. Neben den beiden Bezirksspitzenkandidaten von SPÖ und ÖVP, Ternitz‘ Jugendstadträtin Jeannine Schmid und JVP-Landesobmannstellvertreter Michael Stellwag aus Natschbach-Loipersbach saßen noch FPÖ-Landtagsabgeordneter Jürgen Handler, Grüne NÖ-Landesgeschäftsführer Hikmet Arslan sowie NEOS-Landtagsabgeordneter Helmut Hofer-Gruber am Podium.

Bevor sich die Schülerinnen und Schüler mit Fragen an die jeweiligen Kandidaten richten konnten, waren die Diskutanten zu Beginn aufgerufen, über ihre Kandidatur bzw. die Kandidatur ihrer Partei bei der EU-Wahl allgemein zu sprechen, wurden von Diskussionsleiter Philipp Grabner aber auch zu ihren jeweiligen Wahlkampfslogans oder wichtigsten Wahlkampfthemen befragt.

Die 28-jährige Jeannine Schmid, bereits seit zehn Jahren kommunalpolitisch tätig und aktuell SPÖ-Jugendstadträtin in Ternitz, plädierte für ein „lebenswertes Europa“, in dem „die Menschen und die Bedürfnisse der Menschen und der Natur wieder im Mittelpunkt stehen“, wie die SPÖ-Bezirksspitzenkandidatin es formulierte. Zu einem „gerechten Europa“ gehöre es auch, dass Steuergerechtigkeit herrsche. Schmid: „Ich als Ergotherapeutin zahle mehr Steuern als Starbucks in Österreich!“

Wahlkampferfahrung hat Michael Stellwag, ÖVP-Bezirksspitzenkandidat, bereits – zuletzt kandidierte er bei der Nationalratswahl. Europa, so Stellwag, müsse „in diesem 21. Jahrhundert, in dieser verrückten Welt, geeint und mit einer Stimme sprechen“, wie er zu Beginn der Diskussion anmerkte. Es brauche „mehr Mut, mehr Engagement bei Klimawandel und Digitalisierung – auch meine eigene Partei braucht dort mehr Mut und mehr Engagement“, gab sich Stellwag durchaus selbstkritisch. Auch lud er alle Parteien zur Zusammenarbeit ein: „Alleine reißt man nichts –  vor allem nicht in Europa!“

Angesprochen darauf, dass die FPÖ ja grundsätzlich viele Entwicklungen in der EU kritisch beäuge, meinte Landtagsabgeordneter und geschäftsführender FPÖ-Bezirksparteiobmann Jürgen Handler, dass das auch notwendig sei: „Man muss manche Dinge, die in Europa passieren, auch in Frage stellen können“, meinte er. Die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 dürfe sich nicht mehr wiederholen, so Handler, angesprochen auf das Migrationsthema, welches auch diesmal im blauen Wahlkampf wieder breiten Raum einnimmt: „Es braucht eine ordentliche Kontrolle und man muss auch feststellen, ob jemand Asylrecht hat oder keines.“

Dass die Zuschreibung, die Grünen hätten in knapp zwei Wochen eine Schicksalswahl zu schlagen, durchaus zutreffe, bestätigte Landesgeschäftsführer Hikmet Arslan, der einst in Neunkirchen zur Schule ging. „Wir sehen, dass es durch den Rauswurf aus dem Nationalrat eine große Lücke innerhalb der österreichischen Demokratie gibt“, so Arslan. Das Klimathema, welches im Wahlkampf der Grünen eine große Rolle spielt, sei „bei den Leuten angekommen“ – und es sei höchst an der Zeit, hier tätig zu werden, appellierte Arslan.

Als NEOS-Vertreter wohnte Helmut Hofer-Gruber, Landtagsabgeordneter und Gemeinderat in Baden, der Debatte bei – und meinte, auch in seiner Rolle als EU-Sprecher der NEOS Niederösterreich, seine Partei habe mit Claudia Gamon die „einzig glaubwürdige Kandidatin“. Alle anderen Parteien würden stets von Veränderung in der EU sprechen, zuletzt etwa auch ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz. Doch viele seiner Vorschläge „stehen im NEOS-Programm, seit es sie gibt“, so Hofer-Gruber. Und zur NEOS-Vision, aus der EU Vereinigte Staaten von Europa zu formen, meinte er: „Vom Herumschwurbeln hat keiner etwas“, es brauche klare Ziele.

Eine deutliche Ansage kam auch von Schuldirektor und Gastgeber Gernot Braunstorfer, der an die Schülerinnen und Schüler appellierte, an der Wahl teilzunehmen: „Demokratie ist etwas ganz Wesentliches für das Land, in dem wir leben. Ihr seid die Träger der Demokratie“, meinte er in Richtung der Jugendlichen.

Die Teilnehmer der Diskussion:

  • Jeannine Schmid, Jugendstadträtin in Ternitz und SPÖ-Bezirksspitzenkandidatin
  • Michael Stellwag, EU-Gemeinderat in Natschbach-Loipersbach, JVP-Landesobmannstellvertreter und ÖVP-Bezirksspitzenkandidat
  • Jürgen Handler, Landtagsabgeordneter, Gemeinderat und geschäftsführender Bezirksparteiobmann der FPÖ in Neunkirchen
  • Michael Stellwag, Grüne NÖ-Landesgeschäftsführer
  • Helmut Hofer-Gruber, NEOS-Landtagsabgeordneter, Gemeinderat und EU-Sprecher der NEOS NÖ

Philipp Grabner (NÖN) leitete die Diskussion.

SPÖ-Kandidatin Jeannine Schmid: „Wir müssen Politik für die nächste Generation machen!“

ÖVP-Kandidat Michael Stellwag: „Alleine reißt man nichts – vor allem in Europa nicht!“

FPÖ-Abgeordneter Jürgen Handler: „Manche Entwicklungen in der EU muss man kritisch sehen!“

Grüne NÖ-Geschäftsführer Hikmet Arslan: „Haben aus den Entwicklungen die richtigen Schlüsse gezogen!“

NEOS-Abgeordneter Helmut Hofer-Gruber: „Wir haben die einzig glaubwürdige Kandidatin!“

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